Rückblick 1. Halbjahr Wesentlicher Leben – wie alles begann

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Wesentlicher Leben-Gemeinschaft Eifel-Maria Liebig

Rückblick auf das erste halbe Jahr im Wandlungsraum

Als ich im Februar 2019 zu diesem Platz geführt wurde und meinem inneren Gefühl folgend den Mietvertrag für die „Wohnung“ im ehemaligen Bahnhof Blankenheimerdorf unterschrieb, wusste ich nicht, wie das alles gehen sollte. Ich allein mit meiner Vision, in einer Wohnung in der Eifel ausgestiegen aus meinem bisherigen Leben – ohne Geld und ohne Mitgestalter ein Gemeinschaftsprojekt aufbauen?

Aber das Gefühl, am richtigen Platz zu sein, war größer als die Zweifel und Fragen des Verstandes. So zog ich erstmal ein – in einen kleinen Raum bei Eis und Schnee…

Kurze Zeit später bereits, zeigte sich, dass das Haus gegenüber frei wurde. Beim Blick auf die beiden Häuser am Ende der Sackgasse mit aneinander grenzenden Gärten, den Hausnummern 12 und 21…wurde mir klar: die beiden gehören zusammen und bilden gemeinsam den Ort für „Wesentlicher Leben“.

So verhandelte ich mit dem Vermieter des zweiten Hauses – immer noch in der Unwissenheit, wie es sich fügen würde. Im März begann ich mit meinem Einweihungsfest, Menschen einzuladen, Mitgestalter zu suchen und erste Veranstaltungen zu organisieren. Es kamen viele Interessierte, die Resonanz war erfreulich groß genauso wie die zeitliche Beanspruchung für die vielen Gespräche und beginnenden Gruppenprozesse. Manchmal frage ich mich, wie es möglich war, in dieser Zeit noch parallel mein Geld zu verdienen.

Ängste, Unsicherheit und zeitweilige Überforderung mit der alleinigen Gestaltung des gesamten Platzes waren auch mit an Bord 😉 Aber wie es immer so schön heißt: wenn wir auf dem richtigen Weg sind, wird für uns gesorgt. So war es tatsächlich!

Es kamen immer zur richtigen Zeit die richtigen Menschen an den Platz mit Unterstützung unterschiedlichster Art. Sie bestärkten mich, wenn mich der Mut verließ, brachten wertvolle Botschaften und auch herausfordernde und wichtige Lernaufgaben mit – oft ohne sich dessen bewusst zu sein 😉 Jeder einzelne, der bisher hier an diesem Platz war, ob zu Besuch, als Interessierter, als Helfer, als potentieller Mitgestalter oder Mitbewohner auf Zeit, war wichtig für das Entstehen dieses Projektes!

Heute, ein halbes Jahr nach meiner Ankunft an diesem Platz, bin ich unendlich dankbar…für alles! So vieles ist gewandelt worden und so vieles neu entstanden!

So mancher hat gezweifelt, ob dies der richtige Weg ist, ob es gelingen wird, viele Bedenken wurden geäußert und viele Fragen gestellt, auf die ich ja selbst keine Antworten hatte. Wie willst Du das finanzieren? Das ganze Material für die Renovierung/ Sanierung, die Einrichtung etc. Ein guter Freund half mir im Frühjahr dabei, einen Businessplan auszuarbeiten und das Ergebnis war ernüchternd. Den Zahlen und Berechnungen zu Folge, konnte man mir nur abraten!

Umso glücklicher bin ich heute sagen zu können: Es geht doch!

Es zeigt sich hier, was mit der Kraft der Vision und der Energie von Menschen, die sich zusammenschließen, alles möglich ist! Dann können Wunder geschehen! Danke!

Das Haus hat auf uns gewartet, bis sich der Kern formieren konnte. Wir bekamen viele Möbel und Einrichtungsgegenstände geschenkt. So viele Menschen haben an uns gedacht und geglaubt, uns von der Bettwäsche über Feuerholz, Matratzen, eine Küche uvm, Mithilfe, Sachverstand, Tatkraft und Energie geschenkt! Wow…!

Für all die Menschen, die zum Entstehen von WESENTLICHER LEBEN beigetragen haben:

Danke Euch allen für die bereichernden Begegnungen, für das gemeinsame Wachsen. Danke Euch, dass Ihr uns hier an diesem Platz zeigt, wie Menschen, die sich liebevoll mit offenem Herzen begegnen, allein durch ihr SEIN gemeinsam ein Projekt der neuen Zeit kreieren. Wir alle sind Teilnehmer des Wandels auf dem Weg in die neue Zeit.

Mai / Juni 2019-erstes Helferwochenende im Wandlungsraum

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Mai / Juni 2019 – Einzug von Simone, erstes Helferwochenende, weitere Befreiungsaktionen und Gartengestaltung

Als Ende Mai Simone einzog, wurde viel bewegt. Die zusätzliche Energie am Platz war deutlich spürbar und für mich auch eine große Erleichterung und Unterstützung. Es wurde viel geräumt, alles fand einen neuen Platz, letzte Ecken im Haus wurden noch einmal praktisch und energetisch gereinigt…alles sortierte sich neu. Fast war es wie ein zweiter Einzug für mich.

Dann wurde der Garten gestaltet, viel gepflanzt von unserer Gartenfee Simone, Kräuterbeete wurden angelegt und alles wurde immer schöner und lebendiger 🙂

Erstes Helferwochenende zu Pfingsten

Zu Pfingsten gab es das erste Helferwochenende für größere Befreiungsaktionen im Garten:

Unser Eingangsbereich und die Hauswand wurden vom Efeu befreit. Ich löste mit der Astschere hoch auf der Leiter verschlungene, verstrickte und verkrustetee Äste und war dabei viel Staub und Altem ausgesetzt. Es erforderte viel Kraft und Balance und kam mir vor, als würde ich mit jedem gelösten Knoten eine Verstrickung aus meinem alten Leben lösen… Alles, was wir hier am Platz tun, hat etwas mit uns zu tun und wirkt auf vielen Ebenen. Aber es lohnte sich: unser Eingangsbereich wurde immer lichter, weiter, heller und durchlässiger – wie alles hier im Wandlungsraum einschließlich uns selbst. Die Entfernung eines Unkrautbeetes, das den freien Fluss zum Eingang blockierte, trug ihr Übriges dazu bei.

Die zweite große und ganz wichtige Aktion: der gefesselte Ahornbaum wurde vom blockierenden Holzunterstand befreit. Dieser war mit spitzen Pfählen sogar einbetoniert und verletzte schon die Wurzeln des Baumes…eine große Aktion, die viel Kraft und Geduld erforderte, für die wir unseren Helfern sehr dankbar sind! Anschließend wurden die Wunden der Erde verschlossen, ein kleiner Altar errichtet und der Bereich illuminiert so wie der gesamte Garten.

Das abgebaute, verrottete Holz übergaben wir zusammen mit den verkrusteten Efeuästen abends dem Feuer – wiedermal eine große Befreiungsaktion und ein vollendeter Wandlungsprozess!

Erste Renovierungs- / Sanierungsphase Haus 21 beginnt

Weiterhin begann in dieser Zeit auch die erste Renovierungs- oder besser Sanierungsphase im Haus 21. Wir durften feststellen, dass sich unter der Tapete drei weitere Schichten befanden und das gesamte Haus mit Styropor von innen luftdicht verschlossen war – hier konnte nichts atmen! Auch hier ist Wandlung und Befreiung erforderlich gewesen und wurden in der ersten Runde mit Tatkraft angegangen. Es gab wiederum imposante Feuer.

Weitere Lebensraumaufstellung des gesamten Areals – wir dehnen uns aus und das Projekt scheint größer zu werden, als anfangs gedacht!

Projektaufstellung Wesentlicher Leben-Maria Liebig

Eine weitere Lebensraumaufstellung anlässlich des an das Haus grenzenden weiteren Geländes zeigte die nächste Erweiterungs- und Entwicklungsstufe des Projektes: ein angrenzender Gewerberaum offenbarte sich uns als Atelier für eine Künstlergemeinschaft oder gemeinschaftlichen Workspace – ebenfalls mit riesigen, ausbaufähigen Flächen im Dachboden. Die angrenzenden Hallen mit ca. 1000 qm werden ebenfalls frei, so dass sich die Möglichkeit enthüllte, das gesamte Areal zu entwickeln und zu nutzen. Anlass für eine weitere Aufstellung…es wird immer größer…;-)

April / Mai 2019-erste Veranstaltungen finden statt

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April / Mai – Erste Veranstaltungen im Wandlungsraum: Workshops, Lebensraumaufstellungen und Klangschalen sowie Schlüsselübergabe Haus 21

Unser Veranstaltungskalender hatte sich schnell gefüllt. Mantrasingen, Yoga, Konzerte und verschiedene Tagesworkshops wurden neben meiner laufenden Coaching- und Aufstellungsarbeit im Bahnhof bereits angeboten.

Simone und ich gestalteten den ersten Gemeinschaftsbildungskreis mit Klangschalenmeditation.

Die Schlüssel zum Haus 21

Wir erhielten bereits die Schlüssel zum Haus 21! Zur Feier des Tages brachte Simone als Geschenk zwei symbolische Schlüssel mit, die in unserer Küche als Zeichen an der Wand verewigt wurden. Interessanterweise zeigte sich einige Wochen später, dass die ganze Zeit im Haus 21 versteckt und eingerollt auf dem Dachboden ein Fahne mit genau solchen zwei Schlüsseln hing! Sie warteten schon auf uns, ohne dass wir es wussten – wieder Mal ein Zeichen 😉

 

Erste wundervolle Mitbewohner auf Zeit, erste Befreiungsaktionen und Wandlung des Außengeländes!

Im April kamen die ersten Mitbewohner und Mitgestalter in den Wandlungsraum, die bei den ersten Befreiungsarbeiten im Außengelände hilfreiche Unterstützung waren und energetisch am Platz gewirkt haben. Der Ritualkreis wurde von den alten gelagerten und an die Bäume geketteten Fenstern und Glasscheiben befreit, Kristalle auf dem Gelände verteilt, der Kompost aus der Mitte des Gartens verlegt, die Terrasse im Innenhof gestaltet und von Efeu und Altem befreit uvm. Wandlung und Erlösung.

Der Garten begann zu erblühen und Schnee gab es dann Anfang Mai auch noch einmal – Eifel eben 😉

Das Osterfeuer war ein wunderschönes Highlight um den Frühling zu begrüßen!

März 2019 – Eröffnungsfeier des Begegnungsraumes Bahnhof

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März 2019 – Eröffnungsfeier des Begegnungsraumes Bahnhof

Was für ein herzliches Willkommen in Blankenheim!

Am 23. März 2019 feierte ich bereits kurz nach meinem Einzug die Eröffnung des Begegnungsraumes Bahnhof (wie die Räume hier damals noch genannt wurden). Es fand tatsächlich von Anfang an viel Begegnung statt. Ohne offizielle Werbung sprach es sich auch im Dorf Blankenheim schnell herum, dass hier ein neues Projekt starten sollte. So kamen an diesem Wochenende insgesamt ca. 100 Besucher zum Platz. Ein gelungener Start und Auftakt für die weiteren folgenden Veranstaltungen. Viele von ihnen sind uns und dem Platz heute noch verbunden und zählen inzwischen zu unseren treuen Unterstützern!

Wir weihten den Wandlungsraum mit einem großen Feuer ein, in das die Gäste ihre guten Wünsche für den Platz gegeben haben – es hat sich offensichtlich gelohnt 🙂 Die Räume wurden mit kraftvollen Mantren besungen und mit Begegnungsworkshops geweiht. Herzlichen Dank an alle Unterstützer und Helfer, die diesen grandiosen Auftakt durch ihre Mithilfe und kostenfreien Angebote ermöglicht haben!

Februar-März 2019 – Die Gruppenbildungsprozesse begannen

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Februar-März 2019 – Einzug, Projektaufstellung Wesentlicher Leben, Gemeinschaftsbildung

Erste Gemeinschaftsinteressierte im Wandlungsraum

Bereits im Februar kamen die ersten Gemeinschaftsinteressierten zum Wandlungsraum. Neben der Einrichtung der Räume, fanden viele Gespräche, wesentliche Begegnungen und erste Kreise statt.

Projektaufstellung / Lebensraumaufstellung: Haus 21 kam ins Spiel

Das Haus 21 gegen über zeigte sich, als die bisherigen Mieter auszogen. Nach der ersten Besichtigung war mir sofort klar: es gehört dazu und ist die ideale Ergänzung des Bahnhofs! Die beiden Häuser stehen sich am Ende der Sackgasse wie Spiegel gegenüber: Hausnummer 12 und 21!

Ich führte eine erste Lebensraumaufstellung zum Projekt WESENTLICHER LEBEN durch, in der das Potential des gesamten Platzes, des Wandlungsraumes, sichtbar wurde.

In einer Projektaufstellung oder in der von mir in den letzten Jahren entwickelten Immobilien- oder Lebensraumaufstellung betrachtet man den „Raum“, um den es geht, quasi von oben. Wir nehmen eine andere Perspektive ein und erkennen die übergeordneten Zusammenhänge. Diese Methode stammt aus der systemischen Arbeit und liefert wertvolle Erkenntnisse. So war es auch dieses Mal – sehr interessant und richtungsweisend für unser Projekt!

Mehr dazu unter: https://marialiebig.de/lebensraumgestaltung

Lebensraumaufstellung-wesentlicher leben-maria liebig

Im Folgenden seht Ihr den ehemaligen Bahnhof Blankenheimerdorf früher und heute – als Wandlungsraum, unseren ersten Seminar- und Gruppenraum, der früher Wartesaal und Gaststätte war, sowie erste Bilder des zukünftigen Gästehauses gegenüber, noch im unrenovierten Zustand bei der ersten Besichtigung. Auch Haus 21 sollte sich noch wandeln…

2018 Vorbereitung – Meine Reise in ein wesentlicheres Leben

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2018 Vorbereitung – Meine Reise in ein wesentlicheres Leben

Anfang 2018 war es soweit: Die Fragen ließen sich nicht länger unterdrücken, die leise innere Stimme wurde immer lauter und drängte mich, mich auf die Suche und die Reise zu begeben. Die äußeren Umstände in meinem Leben taten ihr übriges dazu, so dass klar war: es ist an der Zeit, meine bisherigen Lebensumstände zu verlassen und zu wandeln.

Der erste Schritt war die Reise nach Indien. In einer Ayurvedakur reinigte ich zunächst meinen Körper, entließ altes aus meinen Zellen. Ein wichtiger Vorbereitungsschritt. Im Ashram lernte ich eine andere Welt kennen und begegnete Menschen, die wertvolle Botschaften für mich bereit hielten.

Hier hatte ich auch die Vision von meiner Lebensaufgabe und dem Platz, den ich (irgendwann) mal gründen werde. Es sollten jedoch vorher noch einige Stationen folgen…

In Indien gab ich mir in einer mystischen Nacht im Angesicht des Sternenhimmels ein Versprechen: mich nach meiner Rückkehr nicht wieder in die alten Strukturen zurückziehen zu lassen, sondern dem Weg weiter zu folgen.

Dem blieb ich treu. Ich löste meine wunderschöne, große Altbauwohnung mit Büro und Seminarraum auf, befreite mich von vielen, vielen Dingen und zog in ein kleines Appartement. Das war der erste Schritt der Befreiung. Mehr hierüber findet Ihr in meinem Artikel: http://seelenmomente.jetzt/2018/03/06/durch-downsizing-und-loslassen-zu-innerem-frieden-und-aeusserem-frei-raum/

In den folgenden Monaten ließ ich mich bewusst von meiner inneren Stimme führen. Das war eine gänzlich neue Erfahrung, war mein bisheriges Leben doch immer von „vernünftigen Entscheidungen“ rational geprägt und dementsprechend zumindest gefühlt relativ kontrollierbar. Nun begab ich mich auf ungewohntes Terrain und durfte lernen, mit der Unwissenheit zu sein im Vertrauen und in der Hingabe ans Leben.

Der erste Schritt war ein Seminar zur Gemeinschaftsbildung im Schwarzwald. Hier gab es weitere, wertvolle Begegnungen und einige Tage intensive Gemeinschaftserfahrung. Nährend. Inspirierend. Ein hoch schwingendes energetisches Feld, das Visionen und Kreativität freisetzte. Die nächste Station zeigte sich in diesem Kreis und ich erhielt vom Seminarleiter die Einladung nach Oberbrunn – eine Dorfgemeinschaft im Chiemgau.

Hier lebte ich zwei Monate im Bauwagen im Garten auf 10 m² in nächster Nähe zur Natur. Geweckt wurde ich vom Wiehern der Pferde und ins Badezimmer ging es morgens durch das feuchte Gras ins Haupthaus. Herrlich einfach! Wunderbar wesentlich! Diese Zeit brachte mich einigen Antworten näher. Ich beschäftigte mich mit den Fragen: Wieviel brauche ich wirklich? Welches Umfeld tut mir gut?

Der Ort hat eine besondere Energie. Man spürt es sofort in Form einer tiefen Ruhe. Die Menschen hier waren für mich besonders. Liebevoll und herzlich. Bewusst. Vieles, wofür ich in meinem bisherigen Umfeld schräg beäugt wurde, war hier ganz natürlich und selbstverständlich. Ich fühlte mich sofort wohl und angenommen.

Ich kam in Kontakt mit vielen gemeinschaftsinteressierten und gemeinschaftserfahrenen Menschen, lernte viel in den Gesprächen und im Austausch in den neuen Kreisen. Es kamen wieder viel Inspiration und neue Impulse in mein Feld.

Es zeigte sich ein Haus im Ort, das für Gemeinschaft geeignet war und plötzlich waren wir mitten im Gemeinschaftsbildungsprozess – eine spannende Erfahrung, die hier zwar nicht zur konkreten Umsetzung kam, jedoch sehr lehrreich war. Vorbereitung.

Im Laufe der Wochen gewann ich an Energie und Vitalität. Ich brauchte weniger Schlaf, stand morgens um 5 Uhr auf – mit einem freudigen Gefühl auf den Tag, das ich bisher so nicht kannte. Den Morgen verbrachte ich in Stille und völligem Einssein mit mir und der Natur, mit Yoga, Meditation und Joggen um den See. Viele Jahre war dies aufgrund meiner fehlenden körperlichen Energie für mich unvorstellbar gewesen. Was für ein Gewinn an Lebensqualität! Ich blühte richtig auf und spürte eine gänzlich neue Lebensfreude in mir.

Ja, ich hatte das Gefühl, hier meinen Platz und meinen „Tribe“ gefunden zu haben! Ich verbrachte einen traumhaften Sommer an den wunderschönen Seen in einem heilsamen, liebevollen Feld, das mir half, weiter loszulassen und innerlich zu wachsen.

Doch es sollte noch nicht das Ende meiner Reise sein. Am Ende des Sommers vernahm ich den Ruf, weiterzuziehen. So kehrte ich zunächst zurück, um mein Appartement, das ich von Oberbrunn aus gekündigt hatte, aufzulösen. Ich wollte mich nun ganz befreien und weiterreisen. Es war wieder ein (anstrengender) Prozess, immer noch so viele Sachen loszuwerden, wegzugeben und den Rest dann einzulagern.

Mit meinem immer noch zu vollen Auto 😉 war ich dann unterwegs. Nach verschiedenen Zwischenstopps verbrachte ich im Herbst zwei Monate in einem ausgebauten Zirkuswagen in einem Projekt in der Eifel. Hier kamen weitere wichtige Puzzleteile für das Gesamtbild hinzu.

Holz machen im Wald, spalten und schichten, Unmengen an Laub kehren, Stall ausmisten und diverse andere Arbeiten draußen in der Natur bestimmten meinen Tagesablauf und stärkten meine Erdung und Verbindung zur Natur. Besonders das Laubkehren empfand ich als meditative Arbeit, die mich näher zu mir selbst brachte.

 

Ich erkannte aber auch, dass zu wenig Raum für individuelle Entfaltung in den hier vorgegebenen engen, patriarchischen Tagesstrukturen für mich war.

Der Hof war wie eine Insel – fernab vom Leben „da draußen im System“ wie es von den Bewohnern bezeichnet wurde. Man lebte wie in einer eigenen Welt mit einer eigenen Zeit. So fühlte es sich tatsächlich an. Einerseits schön, andererseits trennend.

Vor allem war diese Zeit jedoch geprägt von den Begegnungen, die an diesem besonderen Ort stattfanden. Licht und Schatten.Wachstumsfelder waren hier für mich Trennung und Verbindung, männliche und weibliche Energien, Patriarchat und verkrustete Strukturen, die eine Weiterentwicklung blockieren, Macht, Konkurrenzdenken und Intrigen. Schattenarbeit. Gemeinschaftsprozesse, in denen die mangelnde Fähigkeit zur bewussten Selbstreflektion und Kommunikationsbereitschaft immer wieder zu Konflikten führte. Spiegel und Projektionen. Aber auch viel Liebe und Herzverbindung in der Begegnung mit Gleichgesinnten.

Ich kam in Kontakt mit intensiven Energien und den Wesen des Platzes. Als „Mondfrau“ nahm ich an meiner ersten Schwitzhüttenzeremonie teil, was eine besondere Erfahrung war, für die ich sehr dankbar bin.

Mir begegnete auf meiner Reise sowohl das, was ich bin als auch das, was ich nicht bin. Es waren intensive Erkenntnisprozesse, die mich näher zu mir selbst brachten. Räumliche Aspekte wurden klar, wie die Gegend, in der ich leben möchte. Im Chiemgau habe ich trotz der fantastischen Seen und dem Anblick der Alpen einfach die wunderschönen Laubwälder vermisst, die ich so liebe sowie die Nähe zu meinen bisherigen Kontakten.

Rückblickend wurde mir klar, wie wichtig mir Verbindung ist. Diese durfte ich erst einmal in mir selbst herstellen – männliche und weibliche Anteile vereinen und den Widerstand gegen mein bisheriges Leben auflösen. Ich erkannte, dass alles, was ich bisher gelebt und gelernt habe, wichtig ist und sich mit den neuen Erfahrungen verbinden mag. Genauso wie ich die unterschiedlichen Felder miteinander verbinden möchte: das unternehmerische Umfeld mit dem spirituell orientierten oder alternativen Feld, das ich kennengelernt habe.

Ich möchte kein „Aussteigerprojekt“ erschaffen, sondern ein Brückenprojekt, das den Weg in ein neues Miteinander, in die neue Zeit ebnet. Vor allem durfte ich am eigenen Körper erfahren, wie wichtig ein nährendes Umfeld und das Gefühl nach Zugehörigkeit für meine Lebensenergie ist. Es ist wesentlich.

All diese Puzzleteile, die ich auf dieser Reise im vergangenen Jahr gesammelt habe, waren wichtig und fügten sich dann gegen Jahresende zu einem Gesamtbild zusammen: meiner eigenen Lebensraumgestaltung.

Als dies klar war, ging alles ganz schnell. Ich wurde vom Leben an meinen Platz geführt, den ich nun gemeinschaftlich gestalten und entwickeln darf. Es war ein Weg mit Höhen und Tiefen, anstrengend und erfüllend gleichermaßen. Die Reise war wie eine Initiation, eine Schulung und eine Vorbereitung, für das, was nun kommt. In jedem Falle ist eines klar:

Es wird immer wesentlicher.