2018 Vorbereitung – Meine Reise in ein wesentlicheres Leben

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2018 Vorbereitung – Meine Reise in ein wesentlicheres Leben

Anfang 2018 war es soweit: Die Fragen ließen sich nicht länger unterdrücken, die leise innere Stimme wurde immer lauter und drängte mich, mich auf die Suche und die Reise zu begeben. Die äußeren Umstände in meinem Leben taten ihr übriges dazu, so dass klar war: es ist an der Zeit, meine bisherigen Lebensumstände zu verlassen und zu wandeln.

Der erste Schritt war die Reise nach Indien. In einer Ayurvedakur reinigte ich zunächst meinen Körper, entließ altes aus meinen Zellen. Ein wichtiger Vorbereitungsschritt. Im Ashram lernte ich eine andere Welt kennen und begegnete Menschen, die wertvolle Botschaften für mich bereit hielten.

Hier hatte ich auch die Vision von meiner Lebensaufgabe und dem Platz, den ich (irgendwann) mal gründen werde. Es sollten jedoch vorher noch einige Stationen folgen…

In Indien gab ich mir in einer mystischen Nacht im Angesicht des Sternenhimmels ein Versprechen: mich nach meiner Rückkehr nicht wieder in die alten Strukturen zurückziehen zu lassen, sondern dem Weg weiter zu folgen.

Dem blieb ich treu. Ich löste meine wunderschöne, große Altbauwohnung mit Büro und Seminarraum auf, befreite mich von vielen, vielen Dingen und zog in ein kleines Appartement. Das war der erste Schritt der Befreiung. Mehr hierüber findet Ihr in meinem Artikel: http://seelenmomente.jetzt/2018/03/06/durch-downsizing-und-loslassen-zu-innerem-frieden-und-aeusserem-frei-raum/

In den folgenden Monaten ließ ich mich bewusst von meiner inneren Stimme führen. Das war eine gänzlich neue Erfahrung, war mein bisheriges Leben doch immer von „vernünftigen Entscheidungen“ rational geprägt und dementsprechend zumindest gefühlt relativ kontrollierbar. Nun begab ich mich auf ungewohntes Terrain und durfte lernen, mit der Unwissenheit zu sein im Vertrauen und in der Hingabe ans Leben.

Der erste Schritt war ein Seminar zur Gemeinschaftsbildung im Schwarzwald. Hier gab es weitere, wertvolle Begegnungen und einige Tage intensive Gemeinschaftserfahrung. Nährend. Inspirierend. Ein hoch schwingendes energetisches Feld, das Visionen und Kreativität freisetzte. Die nächste Station zeigte sich in diesem Kreis und ich erhielt vom Seminarleiter die Einladung nach Oberbrunn – eine Dorfgemeinschaft im Chiemgau.

Hier lebte ich zwei Monate im Bauwagen im Garten auf 10 m² in nächster Nähe zur Natur. Geweckt wurde ich vom Wiehern der Pferde und ins Badezimmer ging es morgens durch das feuchte Gras ins Haupthaus. Herrlich einfach! Wunderbar wesentlich! Diese Zeit brachte mich einigen Antworten näher. Ich beschäftigte mich mit den Fragen: Wieviel brauche ich wirklich? Welches Umfeld tut mir gut?

Der Ort hat eine besondere Energie. Man spürt es sofort in Form einer tiefen Ruhe. Die Menschen hier waren für mich besonders. Liebevoll und herzlich. Bewusst. Vieles, wofür ich in meinem bisherigen Umfeld schräg beäugt wurde, war hier ganz natürlich und selbstverständlich. Ich fühlte mich sofort wohl und angenommen.

Ich kam in Kontakt mit vielen gemeinschaftsinteressierten und gemeinschaftserfahrenen Menschen, lernte viel in den Gesprächen und im Austausch in den neuen Kreisen. Es kamen wieder viel Inspiration und neue Impulse in mein Feld.

Es zeigte sich ein Haus im Ort, das für Gemeinschaft geeignet war und plötzlich waren wir mitten im Gemeinschaftsbildungsprozess – eine spannende Erfahrung, die hier zwar nicht zur konkreten Umsetzung kam, jedoch sehr lehrreich war. Vorbereitung.

Im Laufe der Wochen gewann ich an Energie und Vitalität. Ich brauchte weniger Schlaf, stand morgens um 5 Uhr auf – mit einem freudigen Gefühl auf den Tag, das ich bisher so nicht kannte. Den Morgen verbrachte ich in Stille und völligem Einssein mit mir und der Natur, mit Yoga, Meditation und Joggen um den See. Viele Jahre war dies aufgrund meiner fehlenden körperlichen Energie für mich unvorstellbar gewesen. Was für ein Gewinn an Lebensqualität! Ich blühte richtig auf und spürte eine gänzlich neue Lebensfreude in mir.

Ja, ich hatte das Gefühl, hier meinen Platz und meinen „Tribe“ gefunden zu haben! Ich verbrachte einen traumhaften Sommer an den wunderschönen Seen in einem heilsamen, liebevollen Feld, das mir half, weiter loszulassen und innerlich zu wachsen.

Doch es sollte noch nicht das Ende meiner Reise sein. Am Ende des Sommers vernahm ich den Ruf, weiterzuziehen. So kehrte ich zunächst zurück, um mein Appartement, das ich von Oberbrunn aus gekündigt hatte, aufzulösen. Ich wollte mich nun ganz befreien und weiterreisen. Es war wieder ein (anstrengender) Prozess, immer noch so viele Sachen loszuwerden, wegzugeben und den Rest dann einzulagern.

Mit meinem immer noch zu vollen Auto 😉 war ich dann unterwegs. Nach verschiedenen Zwischenstopps verbrachte ich im Herbst zwei Monate in einem ausgebauten Zirkuswagen in einem Projekt in der Eifel. Hier kamen weitere wichtige Puzzleteile für das Gesamtbild hinzu.

Holz machen im Wald, spalten und schichten, Unmengen an Laub kehren, Stall ausmisten und diverse andere Arbeiten draußen in der Natur bestimmten meinen Tagesablauf und stärkten meine Erdung und Verbindung zur Natur. Besonders das Laubkehren empfand ich als meditative Arbeit, die mich näher zu mir selbst brachte.

 

Ich erkannte aber auch, dass zu wenig Raum für individuelle Entfaltung in den hier vorgegebenen engen, patriarchischen Tagesstrukturen für mich war.

Der Hof war wie eine Insel – fernab vom Leben „da draußen im System“ wie es von den Bewohnern bezeichnet wurde. Man lebte wie in einer eigenen Welt mit einer eigenen Zeit. So fühlte es sich tatsächlich an. Einerseits schön, andererseits trennend.

Vor allem war diese Zeit jedoch geprägt von den Begegnungen, die an diesem besonderen Ort stattfanden. Licht und Schatten.Wachstumsfelder waren hier für mich Trennung und Verbindung, männliche und weibliche Energien, Patriarchat und verkrustete Strukturen, die eine Weiterentwicklung blockieren, Macht, Konkurrenzdenken und Intrigen. Schattenarbeit. Gemeinschaftsprozesse, in denen die mangelnde Fähigkeit zur bewussten Selbstreflektion und Kommunikationsbereitschaft immer wieder zu Konflikten führte. Spiegel und Projektionen. Aber auch viel Liebe und Herzverbindung in der Begegnung mit Gleichgesinnten.

Ich kam in Kontakt mit intensiven Energien und den Wesen des Platzes. Als „Mondfrau“ nahm ich an meiner ersten Schwitzhüttenzeremonie teil, was eine besondere Erfahrung war, für die ich sehr dankbar bin.

Mir begegnete auf meiner Reise sowohl das, was ich bin als auch das, was ich nicht bin. Es waren intensive Erkenntnisprozesse, die mich näher zu mir selbst brachten. Räumliche Aspekte wurden klar, wie die Gegend, in der ich leben möchte. Im Chiemgau habe ich trotz der fantastischen Seen und dem Anblick der Alpen einfach die wunderschönen Laubwälder vermisst, die ich so liebe sowie die Nähe zu meinen bisherigen Kontakten.

Rückblickend wurde mir klar, wie wichtig mir Verbindung ist. Diese durfte ich erst einmal in mir selbst herstellen – männliche und weibliche Anteile vereinen und den Widerstand gegen mein bisheriges Leben auflösen. Ich erkannte, dass alles, was ich bisher gelebt und gelernt habe, wichtig ist und sich mit den neuen Erfahrungen verbinden mag. Genauso wie ich die unterschiedlichen Felder miteinander verbinden möchte: das unternehmerische Umfeld mit dem spirituell orientierten oder alternativen Feld, das ich kennengelernt habe.

Ich möchte kein „Aussteigerprojekt“ erschaffen, sondern ein Brückenprojekt, das den Weg in ein neues Miteinander, in die neue Zeit ebnet. Vor allem durfte ich am eigenen Körper erfahren, wie wichtig ein nährendes Umfeld und das Gefühl nach Zugehörigkeit für meine Lebensenergie ist. Es ist wesentlich.

All diese Puzzleteile, die ich auf dieser Reise im vergangenen Jahr gesammelt habe, waren wichtig und fügten sich dann gegen Jahresende zu einem Gesamtbild zusammen: meiner eigenen Lebensraumgestaltung.

Als dies klar war, ging alles ganz schnell. Ich wurde vom Leben an meinen Platz geführt, den ich nun gemeinschaftlich gestalten und entwickeln darf. Es war ein Weg mit Höhen und Tiefen, anstrengend und erfüllend gleichermaßen. Die Reise war wie eine Initiation, eine Schulung und eine Vorbereitung, für das, was nun kommt. In jedem Falle ist eines klar:

Es wird immer wesentlicher.